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Sonntag, August 09, 2020

Liebe Mitglieder,

ab sofort findet unser Training wieder regulär - IN- UND OUTDOOR -  statt.

Bitte beachtet folgende Regeln:

  • Zutritt zur Schule nur mit MNS

  • Mindestabstand 1,5 m

  • Zutritt nur für eine Person

Das Training findet wie folgt statt:

  • Kontaktlos

  • Umkleideräume und Duschen sind gesperrt

  • Bitte kommt gleich in Trainingskleidung zum Unterricht

  • Bitte bringt einen MNS mit um die Schule zu betreten.

Für weitere Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung.

Schmerzen

Wir haben bei uns im Zimmer einige Mitbewohner, die deutlich mehr Beine haben als ich. Die krabbeln von einem Eck zum anderen, ist wohl normal hier.

Ich stehe auf und stelle fest, das ich gar nicht mehr gehen kann, denn ich habe einen übermenschlichen Muskelkater. Mein ganzer Körper ist mit blauen Flecken übersäht.

Es nützt ja nichts und so stehe ich auf und mache mich für den Morgenlauf fertig. Danach wieder Qi Gong am Steg. Als wir zurückkommen wartet schon das Frühstück auf uns.

Ich bin gespannt was es heute gibt. Ah, mal was anderes. Es gibt Reissuppe mit Kürbis. Naja, nicht so mein Ding am Morgen, aber ich esse es, weil ich Hunger habe. Es gibt noch zwei Eier und das war es auch schon. Unseren Brotteig konnten sie nicht machen, da der Strom ausgefallen ist.

Kein Strom in der ganzen Akademie. Ich habe mich schon gefragt, wie lange es wohl dauern wird bis der Strom weg ist. Nun ist er weg. Jetzt haben wir alle die Dinge erfüllt, die ich schon mal angesprochen habe. Ein Bett aus Holz ohne Matratze, kaltes Wasser zum Duschen und kein Strom. Die Käfer die hier spazieren gehen sind ein Bonus oben drauf. China ist kein sauberes Land. Hier ein bisschen Schutt, da ein bisschen Müll, also mit der Hygiene nehmen die es hier nicht so genau.

Habe ich schon gesagt das ich aus dem Koffer lebe? Wir haben hier keine Schränke. Alles vom Koffer heraus. Ich habe meinen Bereich, in dem ich mich breit gemacht habe. Es steht alles herum, Kleidung, Schuhe, Tee, Waschmittel einfach alles. Ich bin mal gespannt was für Haustiere ich mit nach Hause nehme.

Die ersten Ausfälle sind auch schon da. Einige Schüler wurden krankgeschrieben. Der Eine hat ein blutunterlaufenes Auge, der Andere einen offene Wunde am Bauch, der Nächste eine Schienbeinentzündung und Einer liegt im Bett mit Halsschmerzen. Bei dem Dreck ist das kein Wunder, denn wir sind ja den ganzen Tag draußen.

Ohne Krankmeldung darf man nicht in der Akademie bleiben. Man muss mittrainieren. Ich versuche so oft wie möglich zu Duschen, damit mir nicht das gleiche passiert. Gestern waren es dreimal, aber das war auch bitter nötig so wie ich geschwitzt habe.

So nun geht das Vormittagtraining los. Das Training hab ich mitgemacht trotz meines Muskelkaters bin ich wieder mal gelaufen. Anschließend musste ich kurz zur Akademie um meinen Stock zu holen.

Auf einmal sind alle auf die Suche nach mir gegangen. Sie dachten ich wäre vom Hang abgerutscht. Das finde ich ja mal nett, das sie mich gesucht haben. Als ich wieder da bin, habe ich gleich einen Anschiß bekommen. In der Zukunft abmelden und wenn es nur der Gang auf die Toilette ist. Ok registriert.

Der Bauch wird wieder weichgeklopft. Heute ist es extrem warm und die hohe Luftfeuchtigkeit macht alles noch unerträglicher. Ich bin mit meiner Form Shi Ba Shi auch weiter. Ich musste sie aber trotzdem Hundertmal wiederholen. Der Fuß gerade, der Rücken gerade, die Hand nicht so sondern so, der Tritt anders usw. Eigentlich schaut für mich alles gleich aus, aber das sie hier alles korrigieren wusste ich schon. Die sind ja strenger als ich, wow.

Heute ist der Old Master Shifei wieder aus Peking zurückgekommen. Ich kannte ihn bis jetzt noch nicht. Auf einmal unterbricht mein Lehrer die Trainingseinheit und begrüßt ihn mit einer Verneigung. Danach blieb er eine ganze Weile im Tempel und schaute bei allen zu.

Um 12:00 war dann auch Schluss. Zeit für das Mittagessen. Es gibt wieder das übliche Essen, aber diesesmal war der Reis gebraten. Mal was anderes. Die Beilagen blieben gleich. Egal, Hauptsache was zum Essen. Ich dachte ich nehme hier ab, aber so fettig wie die Kochen werde ich eher zunehmen.

Um 15:00 Uhr geht die letzte Trainingseinheit weiter und nach dem Abendessen haben wir Frei. Dachte ich jedenfalls.

Es wurde schnell vom Meister umdisponiert. Wir machen statt Praxistraining Theorie in den Unterrichtsräumen. Er meinte es wäre bei 40 Grad zu heiß. Recht hat er ja. Momentan ist es hier 22:30 Uhr und es hat 34 Grad. Normalerweise wäre Powerdehnen dran gewesen, was bedeutet spreizen bis zum geht nicht mehr. Morgen haben wir mal Pause. Das heißt Einkaufen, Putzen und Waschen.

Wir sind fertig mit der Theorie und die Schüler wollen jetzt alle in die Stadt gehen. Ich schließe mich an, denn sie wollen alle zum Essen gehen. Gleich an der ersten Straßenecke werden traditionelle Kartoffeln vom Wok probiert. Sehr lecker! Anschließend gehen wir in ein Straßenlokal, in dem alles frisch zubereitet wird.

Die Straße wird zum Feierabend abgesperrt, Lichter an die Bäume montiert, Tische und Stühle aufgebaut. Dann wird es voll. Es gibt alles Fisch, Gemüse, Huhn, Schnecken usw. Ich entscheide mich für Nudelsuppe mit Gemüse. Da kommt gleich ein ganzer Topf. Die dachten wohl das ist für uns alle, aber der ist nur für mich. Esse du mal Nudelsuppe mit Stäbchen, das kann lange dauern.

Die Straßen sind voll mit Menschen und sie tanzen auf dem Tai Chi Platz synchron. Irgendwie witzig, wie sich die Leute hier amüsieren. Die Geschäfte haben bis Mitternacht offen, eigentlich so lange bis keine Leute mehr auf den Straße sind. Du musst überall handeln, wenn du etwas kaufen möchtest.

Ich habe heute erfahren das der Tempel indem wir trainieren ein sehr heiliger Ort ist, deswegen wird er auch täglich von vielen Touristen besucht. Wir werden sehr interessiert beobachtet, was wir dort so treiben. Mir wurde gesagt, das der Baum neben unserem Tempel mindestens 1000 Jahre alt ist. Es hängen viele rote Tücher an diesem Baum. Diese sollen demjenigen Glück bringen, der sie dort hinhängt. Ein schöner Brauch. Es gibt sogar einen Tempelvorsteher, der darauf achtet, das alles mit rechten Dingen zu geht. Er sperrt jeden Morgen den Tempel auf, macht sauber und am Abend sperrt er wieder ab.

Morgen wollen Chris und ich auf den Tempelberg. Dort ist der berühmte Tempel Nam Yang.